Die Goldbergvariationen Bachs in Obermarchtal

Am Sonntag, 16. August gastiert Christian von Blohn um 17 Uhr im Münster
in Obermarchtal. Er wird die „Goldbergvariationen“ von Johann Sebastian Bach
auf der historischen Orgel Johann Nepomuk Holzheys interpretieren.

Nach einer Anekdote wurde Johann Sebastian Bach von einem Grafen beauftragt,
einige Clavierstücke zu komponieren, die „so sanften und etwas muntern Charakters
wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden
könne“.

Bach schrieb 32 Variationen - und da diese von dem in des Grafen Diensten
stehenden Cembalisten Johann Gottlieb Goldberg gespielt werden sollten,
heißen sie Goldbergvariationen“. Sie waren auszuführen auf dem damals
gebräuchlichen zweimanualigen Cembalo. Aber auch auf der Orgel sind sie
wunderbar darzustellen, da die Orgel mit ihren vielen Klangfarben Kaleidoskop-
artige Facetten der einzelnen Variationen ermöglicht.

Einige Variationen lehnt Bach an bekannte barocke Formtypen an. Neben einer
Fughette und Suiten-Tanzsätzen ähnlichen Teilen wie Polonaise, Passepied,
Sarabande, Menuett, Corrente, Gigue oder auch die den zweiten Part eröffnende
Französische Ouvertüre gibt es an die Sonaten eines Domenico Scarlatti erinnernde
virtuose Bravourstücke bzw. „Essercizi“ mit Kreuzungen der Hände, daneben eine
sehr expressive und an den sich in dieser Zeit schon herausbildenden empfindsamen
Stil in höchster Vollendung gemahnende Minore-Variation.

Insgesamt fügt Bach deutsche, französische und italienische Traditionen aus dem
Bereich der Vokal- und Instrumentalmusik auf einzigartige und wunderbare Weise
zu einem höheren Ganzen zusammen.

Christian von Blohn studierte Kirchenmusik in Saarbrücken sowie Konzertfach Orgel
in Lausanne, wo er mit dem Premier Prix de Virtuosité ausgezeichnet wurde.
Seit 1993 ist Christian von Blohn als hauptamtlicher Kirchenmusiker in St. Ingbert und
als Dekanatskantor für das Dekanat Saarpfalz der Diözese Speyer tätig. Er lehrte
Orgelimprovisation sowie Liturgisches Orgelspiel an den Musikhochschulen in Karlsruhe
und Trossingen. Eine rege Konzerttätigkeit führt ihn durch ganz Europa; dazu kommen
zahlreiche CD-Aufnahmen, Rundfunk- und Fernseheinspielungen.

Der Eintritt für das Konzert beträgt 8 €, für Azubis und Studenten 4 €,
Schüler haben freien Eintritt.
 
Die Konzerte finden unter Einhaltung der geltenden Infektionsschutzmaßnahmen statt.
Zum Betreten und Verlassen des Münsters bitten wir, Masken zu tragen.
 
 

Tip
 
Dieses Konzert ist zugleich eine Station der Veranstaltungsreihe „BAROCKwoche“
an der oberschwäbischen Barockstraße. Vom 8. bis 16. August entführen
18 Stationen entlang der Oberschwäbischen Barockstraße in diese sinnesfrohe Epoche.
Die dritte Auflage der Veranstaltungsreihe stellt das Hören in den Mittelpunkt, das
Motto heißt „Barock erlauschen“.
Lebenswelt und Musik dieser schwelgerischen Zeit erleben Gäste und Besucher hautnah.

Mehr Informationen und das gesamte Programm unter www.himmelreich-des-barock.de
sowie bei:
Oberschwaben Tourismus unter Tel. +49 7583 92638-0, info@oberschwaben-tourismus.de.
 

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