Orgelkonzert 18. August, 17 Uhr

„Galante Orgelmusik aus Oberschwaben“


 
Am Sonntag, 18. August gastiert Josef Miltschitzky, Basilikaorganist in Ottobeuren,
um 17 Uhr in Obermarchtal. Auf der historischen Holzhey-Orgel im Münster gibt er
ein Orgelkonzert, tituliert mit „Galante Orgelmusik aus Oberschwaben“.


Aus dem Barock sowie aus der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik - als der
sogenannte „galante Stil“ florierte - hören wir kurzweilige, farben- und lebensfrohe
Musik von
:

Johann Speth und  Johann Xaver Nauss, beide vom Augsburger Dom, von Pater Sixtus
Bachmann, Obermarchtal (!) und von Conrad Michael Schneider vom Ulmer Münster.


Dr. Josef Miltschitzky studierte an der Musikhochschule München Orgel, katholische
Kirchenmusik und Musikpädagogik. Ein Zweitstudium der Musikwissenschaft,
Kunstgeschichte und Germanistik schloß er 2012 an der Universiteit van Amsterdam ab.

Miltschitzky ist Dekanatskirchenmusiker und Basilikaorganist in Ottobeuren.
Konzerte führten ihn zu vielen historischen Orgeln in fast allen europäischen Ländern,
u. a. nach Notre-Dame in Paris, in die Kathedralen und Dome von Aachen, Brüssel,
Coutances, Lincoln, Malagà, Montpellier u. a.

 
Ein Kulturschatz – Orgelmusik, die zu Oberschwabens Barock- und Rokokokirchen paßt

Durch eine Neubewertung der süddeutschen oder oberschwäbischen Orgelmusik und
intensive editorische Aktivitäten, unter denen Bertold Büchele (Ratzenried) ein besonderes
Verdienst zukommt, sind eine hohe Zahl neuer Quellen jetzt verfügbar, die das klangliche
Korrelat zu den berühmten Rokokokirchen und deren in hoher Zahl erhaltenen und
aufwendig denkmalgerecht restaurierten Orgeln darstellen.

Im Zentrum des Konzertes stehen die Werke des aus Kettershausen stammenden
Obermarchtaler Prämonstratenserpaters P. Sixtus Bachmann, dessen verlorengegangen
geglaubte Sonaten Bertold Büchele in Bergatreute teilweise wieder ausfindig machen konnte.

Zahlreiche kleinteilige Versetten der Augsburger Domorganisten Johann Speth und Johann
Xaver Nauss geben Gelegenheit, wenigsten eine kleine Anzahl des Klangfarbenreichtums
unter den unzähligen mathematisch denkbaren Registerkombinationen zu hören.

Der Ulmer Münsterorganist Conrad Michael Schneider wirkte mit seiner Übernahme der
französischen Tanzsuiten stilbildend unter den oberschwäbischen Komponisten.
Die technisch außerordentlich anspruchsvollen Juwelen entsprechen mit ihrer graziösen
Melodik und der galanten Verzierungen den filigranen Stuckierungen der oberschwäbischen
Kirchen und Klöster.
 
 
Der Eintritt zu diesem galanten Konzert beträgt 8 €, für Azubis und Studenten 4 €
und ist für Schüler frei.

Die Kasse öffnet 30 Minuten vor Konzertbeginn.




7. Internationaler Orgelseptember in Obermarchtal

Im Münster in Obermarchtal steigt bald der 7. Internationale Orgelseptember.
Dieses Mal werden Orgelwerke Johann Sebastian Bachs gegenübergestellt –
einmal der französischen Orgelmusik von 1715 bis 2015, dann der deutschen
Orgelmusik von 1690 bis 1990 und schließlich dem zeitgenössischen Umfeld
von Bach selbst.
Die 1777-1780 von dem Schwaben Johann Nepomuk Holzhey erbaute Orgel
bezaubert - erst recht seit ihrer Restaurierung vor 7 Jahren - Kenner und
Liebhaber aus aller Welt.

 

Überblick
 
Sonntags, 17:00 Uhr
 

15. September           Bach plus – Französische Orgelmusik aus drei Jahrhunderten
                                   Andreas Jost (Zürich)
 

22. September           Bach plus – Deutsche Orgelmusik aus drei Jahrhunderten
                                   Gregor Simon (Obermarchtal)
 

29. September           Bach plus – Meister des Barock
                                   Andreas Liebig (Basel)



Eintritt Abendkasse: 8 €, Azubis und Studenten 4 €, Schüler frei
 
 

Zu den einzelnen Konzerten
 

15. September
 
Mit dem fast als französischen Bach zu bezeichnenden François Couperin eröffnet Andreas
Jost das Konzert mit einem trompetenschmetternden „Offertoire sur les Grands jeux”.
In Abwechslung zu einer Fantasie, einer Toccata, einer Triosonate und einem Choralvorspiel
sowie dem berühmten “Pièce d’Orgue” von Johann Sebastian Bach hören wir zwei gerade-
zu phantasmagorische Werke des 58jährigen Prof. Jürgen Essl, nämlich  “Récit de tierce -
Hommage an Louis Couperin” und von dem 49jährigen Valéry Aubertin die “Micro-Sonate”
mit “Point du jour – Les Heures – Enigme”.
 
Andreas Jost studierte in der Schweiz und in Deutschland Kirchenmusik und Orgel.        
Beim  52. Internationalen Orgel-Interpretations-Wettbewerb Nürnberg erhielt er
den ersten Preis und den Sonderpreis des Siemens Arts Program für die beste
Interpretation eines Auftragswerks. Er arbeitet heute als Organist am Zürcher Gross-
münster und als Professor für Orgelspiel an der Zürcher Hochschule der Künste.
Neben der vertieften Pflege von Werken vergangener Jahrhunderte mißt er der Entdeckung
und auch Initiierung zeitgenössischer Orgelkompositionen besondere Bedeutung bei.



22. September
 
Mit Gregor Simon durchschreiten wir bedeutende Stationen des deutschen Kunstlebens
der letzten dreihundert Jahre. Georg Böhm und Vincent Lübeck sind Vertreter der
“norddeutschen Schule”. Diese Barockmusik ist nüchtern, klar, erfrischend, stark.
Musikalisch multikulturell unterwegs war Johann Sebastian Bach. Mitten in Westeuropa
und mitten in Deutschland, eben in Leipzig wirkend, vereinte er Nord- und Süddeutsches,
Französisches und Italienisches, Englisches und Spanisches. Wir hören als ein
“Gänsehaut-Stück” das abgeklärt ruhig vorzutragende Choralvorspiel “O Mensch, bewein
dein Sünde groß”. 
150 Jahre später begegnen wir Franz Liszt, der sich im Alter verstärkt der geistlichen
Musik zuwandte. In Rom lebend inspirierte ihn die Sixtinische Kapelle zu einer wonnevoll
himmelsvisionären Komposition. Von seinem Zeitgenossen Adolf Friedrich Hesse folgt das
neobarock-romantische “Larghetto h-Moll”.
Spannende und substanzreiche Orgelmusik gibt es auch im 20. Jahrhundert.
Es erwartet den Konzertbesucher Spielfreudiges und Lyrisches von Hermann Schröder
und schlußendlich von dem heute 86jährigen, in Tübingen lebenden – und vermutlich
anwesenden – Komponisten Jan Janca das kaleidoskopische “Brich dem Hungrigen dein
Brot” sowie “Sortie”, ein beliebter, lustig-frecher Rausschmeißer.
 
Der studierte Kirchenmusiker Gregor Simon war zunächst Dekanatskantor in Stuttgart
und anschließend in Oberschwaben. Heute ist er als freiberuflicher Organist, Chorleiter
und Komponist tätig. Er gibt Orgelkonzerte im In- und Ausland.
Im Auftrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart betreut er die historische Holzhey-Orgel im
Münster Obermarchtal. Er ist dort Münsterorganist und leitet den Kirchenchor. Des weiteren
leitet Gregor Simon den Oratorienchor Ravensburg und den Konzertchor Oberschwaben.

 
 
29. September
 
Das ganze Spektrum deutscher Barockmusik mit besonderem Schwerpuntk auf dem
Meister aller Meister, Johann Sebastian Bach, wird uns Andreas Liebig erschließen.
Freuen Sie sich auf Bachs große Toccaten und eine seiner vier höchst artifiziellen Partiten,
freuen Sie sich auf norddeutsche Frische mit Nicolaus Bruhns und Georg Böhm und den
süddeutschen Elan eines Georg Muffat oder eines Johann Jakob Frobergers.
 
Andreas Liebig ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten an den
Musikhochschulen in Lübeck,  Oslo und Innsbruck unterrichtet er seit 2018 an der
Musikhochschule Freiburg.
Er studierte Kirchenmusik, Orgel, Klavier und Musiktheorie in Deutschland und Frankreich.
1988 erhielt er den 1. Preis bei den internationalen Orgelwettbewerben Dublin und
Odense.
Eine rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen, Meisterkurse in Europa,
Amerika und Asien sowie die Verantwortung als Juror bei internationalen Wettbewerben
dokumentieren sein künstlerisches Schaffen.



Der Internationale Orgelseptember Obermarchtal wird gesponsort von



 

 
 

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