6. Internationaler Orgelseptember in Obermarchtal

„Mendelssohn plus“
 

Sonntags, 17:00 Uhr
 
 
  9. September           Mendelssohn plus Bach
                                  Prof. Janette Fishell (Indiana, USA)
 
16. September           Mendelssohn plus Reubke
                                  Gregor Simon (Obermarchtal)
 
23. September           Mendelssohn plus Leguay
                                  Prof. Jean-Pierre Leguay (Notre-Dame de Paris)

 

Jedes Konzert dauert eine gute Stunde.
Der Eintritt beträgt 8 €, für Azubis und Studenten 4 € und ist für Schüler frei.
Die Kasse öffnet um 16:30 Uhr.
 
Im Münster in Obermarchtal gibt es seit einigen Jahren in jedem September Orgelkonzerte
von überregionaler Strahlkraft. Bis aus München und Stuttgart kommen die Besucher.
 
Hierfür gibt es gute Gründe: Es spielen international erstklassige Orgelkünstler - und im
Münster steht eine international erstklassige Orgel. Diese wurde 1777-1780 erbaut von
dem genialen oberschwäbischen Orgelbauer Johann Nepomuk Holzhey und im Jahr 2012
restauriert (Kostenpunkt: 1,1 Mio. €).
 
Der Internationale Orgelseptember hat zudem eine programmatische Ausrichtung:
Dieses Jahr werden Orgelwerke Mendelssohns kombiniert: einmal mit Bach,
einmal mit Reubke (dem vielleicht genialsten Komponisten des 19. Jhs., 
der jedoch nur 24 Jahre auf dieser Erde weilte) und einmal mit Werken
aus der Feder des Gastkünstlers, Jean-Pierre Leguay selbst.



Gefeierte Organistin Janette Fishell (USA) spielt Mendelssohn und Bach
 
9. September, 17 Uhr, Obermarchtal, Münster

 
Sie wurde in den USA bereits als Studentin zur „jungen Organistin des Jahres” gekürt.
Ihre Konzerte bei den Conventions der AGO (American Guild of Organists) in Chicago
2006 und in Boston 2014 wurden als Kongress-Highlights gefeiert.
 
Janette Fishell aus Indiana (USA) wird am Sonntag, 9. September, um 17 Uhr im
Münster in Obermarchtal ein Orgelkonzert spielen mit bedeutenden Werken von
Johann Sebastian Bach (z. B. Fantasie und Fuge g-Moll) und Felix Mendelssohn-Bartholdy.
 
Den glanzvollen Abschluss bildet dessen Orgelsonate Nr. 4 in B-Dur. Sie ist ähnlich einer
Symphonie gebaut. Im ersten Satz trifft ein toccatenhaftes Motiv auf einen marschartigen
Gestus. Den zweiten Satz, das „Andante religioso“ könnte man als liebevolles
Zwiegespräch mit Gott, als dankbares Gebet oder als Kleinod zartester Poesie
wahrnehmen. Auf den milde heiteren dritten Satz folgt der abschließende vierte,
in dem eine Fuge in einen marschartigen Satz eingebettet wird.
 
 
 
Packende Orgelmusik der Romantik
 
Gregor Simon konzertiert am 16. September um 17 Uhr in Obermarchtal

 
Charakteristisch für die Musik des 19. Jh.s, des Zeitalters der „Romantik”, ist der
überbordende Ausdruck der menschlichen Gefühlswelt von feinster Zartheit bis zu
tosendem Jubel, von sanftem Liebesgeflüster bis zu Äußerungen von Wut und Kampf.
 
Das vielleicht größte Kompositions-Genie des 19. Jh.s, Julius Reubke, weilte nur 24 Jahre
auf dieser Erde. 23jährig schrieb er seine berühmte „Sonate über den 94. Psalm”.
Hier zieht er nicht nur alle Orgel- sondern auch alle kompositionstechnischen Register
seiner Zeit. Das monumentale Werk stand Pate für nichts weniger als Franz Liszt’
berüchtigte Klaviersonate h-Moll, ebenfalls ein Jahrhundert-Vermächtnis.
 
Gregor Simon ist erfahren im Umgang mit historischen Orgeln. So konzertierte er im
vergangenen Jahr auf der Gottfried Silbermann-Orgel im Freiberger Dom, auf der Andreas
Silbermann-Orgel in der Benediktinerkirche in Villingen-Schwenningen, auf der Johann
Patroclus Möller-Orgel in Marienmünster und auf der Christian Müller-Orgel in der
St.-Bavo-Kirche in Haarlem (Holland). Seit 2012 betreut er die ebenfalls aus dem 18. Jh.
stammende, neu restaurierte Holzhey-Orgel im Münster in Obermarchtal.
 
Außer Julius Reubkes fulminanter Orgelsonate bringt er in seinem Konzert
am 16. September, um 17 Uhr in Obermarchtal auch Orgelwerke Felix
Mendelssohn-Bartholdys zur Aufführung. So seine Sonate Nr. 5 in D-Dur
und die Präludien in h-Moll, f-Moll und As-Dur, sogenannte „Charakterstücke”.
 

 
Jean-Pierre Leguay: 79jähriger blinder Organist aus Notre-Dame de Paris
kommt

 
Orgelkonzert am 23. September, 17 Uhr im Obermarchtaler Münster

 
Er gehört zur Reihe der legendären Pariser Organisten wie César Franck, Louis Vierne,
Charles-Marie Widor, Maurice Duruflé, Pierre Cochereau, Marie-Claire Alain und Daniel Roth:
Jean-Pierre Leguay, geboren 1939, war über 20 Jahre lang Titularorganist an der Kirche
Notre-Dame-des-Champs in Paris, dann 30 Jahre an der Kathedrale Notre-Dame.
Der blinde Organist gewann mehrere internationale Improvisationswettbewerbe sowie
Kompositionswettbewerbe.
 
Immer auf der Suche nach neuen Klangfarben schuf er bis heute über siebzig Werke
für verschiedene instrumentale wie vokale Besetzungen.
Er erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge vom französischen Kultusministerium,
von Radio-France, vom Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris,
vom Scottish Arts Council of Edinburgh, vom Festival León (Spanien) und vom
Festival de La Massana (Andorra).
Die Aufnahme seiner Missa Deo Gratias und seiner Sonaten II und III wurden ebenso
mit Schallplattenpreisen ausgezeichnet wie seine jüngste CD mit Improvisationen,
die den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt.

2013 wurde Jean-Pierre Leguay zum „Chevalier de la Légion d’Honneur" ernannt.
 
Es ist eine ganz besondere Ehre und Seltenheit, einen Künstler dieses exorbitanten
Ranges in Oberschwaben hören zu können. In seinem Orgelkonzert am Sonntag,
23. September, um 17 Uhr im Münster in Obermarchtal kombiniert Leguay eigene Werke
und Improvisationen mit Werken von Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms.
Mit der Orgelsonate Nr. 6, der sogenannten „Vater unser-Sonate” von Felix
Mendelssohn-Bartholdy, rundet er zudem den Obermarchtaler Mendelssohn-Zyklus ab.
 
Das Konzert wird mit einer spontanen Improvisation beschlossen werden, in welcher
in französisch-traditioneller Maneir der Organist sein Können als Improvisator zeigt
und dem Konzert einen starken Schlusspunkt setzt. Bei Jean-Pierre Leguay insbesondere
können wir uns freuen auf eine ebenso meisterliche wie packende und moderne
Improvisation in einer ganz eigenen Klangsprache und ganz eigener „Orgelrhetorik“. 
 
Seien Sie also gespannt auf ein Konzertereignis der besonderen Art!
 

 
 
 

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